Sie sind hier: Startseite / Unsere Kapelle / Sagen
DeutschEnglishFrancais
24.9.2017 : 8:47 : +0200

Sagen zur Schulenberger Kapelle

Der Eingang ca. 1950
Die Eingangsseite ca. 1950

Die zwei Riesen

Die Schulenberger Kapelle stand einst dort, wo jetzt das Dorf Schulenburg / Leine liegt. Zwei Riesen haben sie auf einer goldenen Bahre fort getragen. Als sie mit der Kapelle an die Leine gekommen sind, sagt der Vordermann zu seinem Hintermann: „ Schriehe’n betten wieher, hier is sau‘ne lütje Rihe“ (Schreite ein bisschen weiter, hier ist so ein kleiner Bach). So schreiten sie hinüber bis nach Langenholzen. Dort, auf dem Burghof, verspürt der eine Hüne in seinem Schuh ein Sandkörnlein, und als er es ausschüttet ist es ein Kieselstein von etwa fünf Fuss Länge, 3 – 4 Fuss Breite und 1Fuss Dicke. Nachdem der Hüne sich des Sandkorns entledigt hat, trägt er mit seinem Kameraden die Kapelle weiter, ungefähr bis zur Mitte des Holzer Berges. Von der schweren Last ermüdet, wollen die Hünen ausruhen. Aber kaum haben sie die Bahre niedergesetzt, sinkt sie in die Tiefe. Den Riesen ist es nicht möglich, die Last wieder zu bergen und so bleibt ihnen nichts übrig, als die Kapelle stehen zu lassen, die fortan auch „Hünenkirche“ genannt wird.

Härrest diu nich dat swarte Muisecken, wo wollt eck deck tuisecken

Ein junges Mädchen machte eine Wette. Sie wollte ganz allein bei stockfinsterer Nacht und mit einer schwarzen Katze auf dem Arm dreimal um die Schulenberger Kapelle gehen und nach jeder Runde laut an die Tür klopfen. Deutlich hörte man die drei Schläge. Das Mädchen kehrte nicht wieder zurück. Man fand es vor der Kapelle ohnmächtig. Als sie wieder zu sich kam, erzählte es, dass ihm nach dem  dritten Klopfen eine furchtbare Stimme zugerufen habe: „Härrest diu nich dat swarte Muisecken, wo wollt eck deck tuisecken (zausen)!“    Das Mädchen starb drei Tage später.

Die Schatzhebung

Beinahe hätten zwei junge Männer aus Sack und Langenholzen die an der Schulenberger Kapelle versenkten Schätze gehoben. Als sie in mondheller Nacht schweigend den Erdboden aufgehauen haben, kommt ein Kessel mit Wertstücken zum Vorschein. Der Eine will laut aufjubeln, ein Wink des Gefährten bringt ihn zum Schweigen. Unter größter Anstrengung heben sie den Kessel langsam an. Da kommt ein Fuder Heu mit einem Gespann junger Gänse. Der Fuhrmann ruft: „Nähmt jöck in acht, dat jöck dt Föer Heu nich upp’n Kopp fällt!“ Unbeirrt arbeiten sie weiter. Langsam kommt der Kessel höher. Da rutscht auf einer Bachmulde ein altes Mütterchen vorbei und fragt, ob sie das Fuder Heu mit den Gößeln (Gänsen) nicht gesehen hätten. Keiner antwortet. Der Kessel ist fast oben. „Da kümmt de Oellerste mit’n Bäresaut sülwest“ und ruft dem einem mit dem roten Kamisol zu „ „Deck Rotkaputt will ick woll fregen!“ Da antwortet dieser: „Deck sall de Hund wat sch...!“ und damit sinkt der Schatz mit lautem Gekrache in die Tiefe. Auch die versenkte goldene Bahre kann niemand heben.